Langeweile bei Hochbegabten

Langeweile bei Hochbegabten

Langeweile bei Hochbegabten ist keine Seltenheit. Man sollte sie ernst nehmen. Allerdings sollte man, meiner Meinung nach, auch immer zwei Dinge im Hinterkopf haben:

1. Langeweile kommt auch bei allen anderen Kindern vor.

2. Langeweile muss auch gelernt sein.

Das heißt für Langeweile bei Hochbegabten:

1. Bewerten Sie es nicht über, wenn Ihr Kind sich manchmal langweilt. Jedes Kind langweilt sich mal. Das ist nichts besonderes. Erst, wenn die Langeweile wirklich sehr häufig ist und in schlechte Stimmung bis vielleicht sogar hin zur Aggression umschlägt, sollten Sie handeln. Ich für mich sehe das aber so: Ich bin kein Animateur. Kinder sind in der Lage, sich selbst Spiele auszudenken. Das fördert außerdem die Kreativität. Stichwort: Freispiel! Gerade sehr intelligente Kinder können Spaß daran finden, sich immer wieder Neues auszudenken. Deswegen mein Tipp: Schafft Euren Kindern Anreize, überlegt gemeinsam, was sie spielen können, aber kaut ihnen nicht alles vor. Auch ein überfülltes Programm ist, meiner Meinung nach, nicht das Richtige für ein hochbegabtes Kind. Vor allem, weil viele dieser Kinder ohnehin schon sehr früh Autonomie einfordern.

2. Langeweile muss manchmal sein. Nur so kann ein Kind lernen, diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Hier sind wie wieder bei Punkt 1. Ein zu voll gefüllter Stundenplan (zu viele Freizeitaktivitäten) führt, meiner Meinung nach dazu, dass unsere Kinder gar nicht mehr lernen, sich selbst zu beschäftigen. Bis ins Teenager-Alter oder sogar noch als Erwachse brauchen Sie ständig Input von außen. Langeweile kann manchmal zu sehr viel Kreativität und auch zu Erholung führen. Natürlich immer nur, wenn das Ausmaß nicht zu groß ist.

Langeweile bei Hochbegabten – Unterforderung

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn ein Kind Langeweile beim Erledigen von Aufgaben oder beim Lernen, also in der Schule hat. Ist es unterfordert und langweilt sich deswegen, z.B. bei den Hausaufgaben, die nun mal erledigt werden müssen, kann das schnell nach hinten losgehen. Denn permanent durch langweilige Aufgaben unterfordert zu sein, schafft nicht nur bei Kindern Frust. Bei meiner Tochter zeigt sich schnell, dass die Konzentration erheblich nachlässt, wenn Sie unterfordert ist. Die Folge davon ist, dass die Aufgaben oft falsch sind, obwohl sie ihr eigentlich leicht fallen – zu leicht. Das ärgert sie natürlich – vor allen, weil sie selbst sehr hohe Anforderungen an sich hat. So wird durch die Langeweile durch zu leichte Aufgaben eine Spirale losgetreten, die auf jeden Fall nicht gut ist. Hier sollte man handeln. Hochbeagbte Kinder fördern ist auf jeden Fall ein Muss.

vor 2 Jahren