IQ-Test

IQ-Test – Sinn oder Unsinn

Ob ein Kind hochbegabt ist, kann man sicher nur mit einem IQ-Test feststellen. Alle andere Signale und Verhaltensweisen, die ein Kind zeigt, können lediglich auf eine eventuelle Hochbegabung hindeuten. Ein IQ-Test gilt dagegen als ein gutes Mittel zur Diagnose. Dennoch stehen häufig zwei Fragen im Raum, die sich Eltern stellen?

1. Was sagt ein IQ-Test letztendlich aus?

2. Was bringt mir die Diagnose?

Sind IQ-Tests vergleichbar?

Es gibt mehrere IQ-Tests, die für die Diagnose von Hochbegabung angewendet werden. Der am häufigsten angewendete Test ist der WPPSI-III, der auf der Definition des IQs nach David Wechsler basiert. Hier sind wir gleich beim ersten Punkt, den man sich merken sollte. Das Konstrukt IQ kann nicht klar definiert werden. Jeder Skala bzw. jedem Test liegt eine andere Theorie zugrunde, was IQ eigentlich bedeutet. Der WPPSI hat den großen Vorteil, dass er in vier Teilbereiche aufgegliedert ist. So kann eine recht zuverlässige Potentialanalyse durchgeführt werden, die Stärken und Schwächen erkennen lässt.

Der Test in die folgenden Bereiche aufgeteilt:

  • Verbalteil

  • Handlungsteil

  • Verarbeitungsgeschwindigkeit

  • Allgemeine Sprachskala

Gerade durch den Fokus, der auf der Sprache liegt, muss der Test immer an die jeweilige Sprache und Kultur angepasst werden. Es gibt aber auch kulturunabhängige IQ-Tests.

Wann diagnostiziert ein IQ-Test eine Hochbegabung?

Die wenigsten Menschen sind in allen Teilbereichen gleich gut. Manchmal liegt nur in einem Teil eine Hochbegabung vor. Dann kann man von einer so genannten Inselbegabung sprechen. Eine Hochbegabung wird beim Wechsler-IQ-Test diagnostiziert, wenn der durchschnittliche IQ aus allen vier Teilbereichen über 130 Punkte liegt. Ab 116 Punkten spricht man von einem überdurchschnittlichen IQ. Oftmals wird auch zwischen fluider und kristallisierter Intelligenz unterschieden. Mit fluider Intelligenz meint man den Teil der kognitiven Fähigkeiten, der zum größten Teil angeboren ist. Es geht um die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Die kristallisierte Intelligenz meint erworbenes Wissen und Bildung. Diese ist ausbaufähig.

Was bringt den Eltern bzw. dem Kind ein IQ-Test?

Immer wieder hört man Eltern hochbegabter Kinder, die sich bewusst gegen einen Test entscheiden. Sie möchten das Kind keiner Prüfungs- bzw. Stresssituation aussetzen. „Das Kind soll nicht auf eine Zahl reduziert werden“, hört man auch immer gerne als Gegenargument zu einem Test. Letztendlich ist es eine individuelle Entscheidung, ob man eine Hochbegabung erkennen will oder nicht. Gerade, wenn Verhaltensauffälligkeiten da sind oder wir als Eltern unsicher sind, kann ein IQ-Test Ruhe in die Sache bringen. Hochbegabte Kinder fördern kann eine Lösung sein. Auch wenn eine frühzeitige Einschulung überlegt wird, kann ein IQ-Test den Eltern Selbstbewusstsein geben und sie in Ihrer Entscheidung stärken. Die meisten Kinder erleben eine Diagnose gar nicht als besonders stressig. Es kommt ganz darauf an, wie man dem Kind den IQ-Test kommuniziert. Eins sollte immer klar sein: Egal, wie der Test ausgeht, es ändert nichts daran, wie stolz man auf sein Kind ist und wie lieb man es hat. Wer das kommuniziert, gibt seinem Kind die beste Hilfestellung.

vor 2 Jahren

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